Der Mangel an qualizifierten Ingenieuren ist ein Problem, das Brasilien und Deutschland teilen. Vor allem vor dem Hintergrund des hohen Wirtschaftswachstums Brasiliens wird dieses Defizit an Fachkräften zur Herausforderung. Allein die brasilianische Ölgesellschaft Petrobras benötigt bis 2015 rund 200.000 Facharbeiter, darunter 15.000 Ingenieure. Der Bestand an Ingenieuren in Brasilien beläuft sich derzeit jedoch lediglich auf rund 400.000, mit einem jährlichen Zuwachs von circa 30.000 Berufsanfängern. Dazu kommt eine Studienabbrecherquote von bis zu 80%.
Aus diesem Grund hat der Verein Deutscher Ingenieure (VDI-Deutschland) Brasilien zu einer Pilotregion erklärt und über seinen Landesverband VDI-Brasilien - in Zusammenarbeit mit der AHK São Paulo – ein neues Konzept entwickelt. Am 12. April wurde daraufhin der Kooperationsvertrag für eine neue Hochschule (Ingenieursausbildung) in São Paulo von den Präsidenten des Vereins Deutsch-Brasilianischer Ingenieure (VDI-Brasil) und des nationalen Ingenieurverband Federação Nacional dos Engenheiros (FNE) unterzeichnet. Bei der Unterzeichnung ebenfalls anwesend waren die deutsche Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Annette Schavan, und der brasilianische Forschungsminister Sergio Rezende, die im Rahmen der Eröffnung des Deutsch-Brasilianischen Wissenschaftsjahres 2010/2011 das Interesse und die Unterstützung der beiden Regierungen diesbezüglich demonstrierten.
Durch die enge Partnerschaft der beiden Institutionen kann bereits in der Gründungsphase die Ausrichtung der neuen Hochschule an die Bedürfnisse der in Brasilien ansässigen Firmen deutschen Ursprungs angepasst und gesichert werden. Ein Vorteil, der in Zukunft nicht zu unterschätzen ist. Und ein praktisches Beispiel dafür, was im Rahmen des Deutsch-Brasilianischen Wissenschaftsjahres alles bewegt werden kann.












